Werkzeugtest: Vulkanus Messerschärfer
Als bekennender Wekzeugfan bin ich immer mit tollen und nützlichen Dingen, die sich durch eine besonders durchdachte Wirkungsweise hervortun, zu begeistern. Im Laufe der letzten Jahre haben mich in dieser Richtung Produkte der Firma Fiskars (Äxte und Beile), das Osmo-Dekorwachs (zum streichen meiner häuslichen Fußbodendielung), die Firma LaNordica (mein holzbetriebener Küchenherd), Hazet Schraubenschlüssel, Kress Elektrowerkzeuge, WMF-Küchenmesser und auch der gusseiserne Bräter „Senior“ von IKEA (der größere, noch in grün) begeistern können. Produkte dieser sicherlich noch etwas verlängerbaren Liste empfehle ich gern und mit voller Überzeugung meinen Mitmenschen.
Anlässlich gegenseitiger Beschenkungen anlässlich des diesjährigen Weihnachtsfestes buhlt ein neues Produkt um die Aufnahme in die Liste: ein Messerschärfer der Firma „Vulkanus“.
„Simply. Sharp“ steht auf der Verpackung. Das finde ich gut, kein unnützes Gedönse dazu (Gemüsegarnierfunktion, Selbstzerstörungsmechanismus usw.), so muss das sein. Da dieses Gerät verspricht, auch Wellenschliffmesser schärfen zu können, halte ich es für würdig, hier getestet und bewertet zu werden. Immerhin ist dies mit keinem mir bislang bekannten (manuellen) Verfahren möglich.
Nun zum Test: Wir haben eine Reihe von Messern ausgesucht: Vom Billigst-Steakmesser, über unser häusliches Brotmesser unbekannter Herkunft bis hin zu meinem schon auf viele Arten geschliffenen WMF-Santokumesser der Serie „Spitzenklasse“.
Die Bedienung ist einfach, wie steht auf der Packung. Normale Messer zuerst mit der Spitze nach unten nach hinten durchziehen, um die Klinge zu schärfen, anschließend mit der Spitze nach oben nach hinten abziehen. Wellenschliff bedingt, die Klinge dazu schräg durchzuziehen (erklärt sich mit Messer, Schärfer und Anleitung eigentlich von selbst).
Wir haben allerlei (weitere) Messer am Vulkanus Messerschärfer getestet und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:
Der Messerschärfer ist das spanabhebendste Messerschärfgerät, was mir je untergekommen ist. Woraus auch immer die beiden Schleifkanten bestehen, nach dreifachem durchziehen egal welchen Messers, liegen Metallspäne daneben. Wow. Unserem Billigmesser ist das nicht so gut bekommen. Da der Stahl offenbar relativ weich ist und ich obendrein versucht habe, eine ordentliche Scharte in der Klinge wegzubekommen, haben wir ganz schön viel Material abgenommen. Das Messer ist zwar schön scharf, die Klinge aber nicht sonderlich glatt, und dies lässt sich mit dem Messerschärfer auch nicht verbessern.
Beim WMF-Messer ging das schon wesentlich besser. Der Stahl dieses Messer ist ziemlich hart, trotzdem lagen auch hier sofort Metallspäne neben dem Messerschärfer. Schärfen ist damit sehr effizient, da man lediglich 2 – 3 mal durchziehen muss. Danach mit Spitze nach oben abziehen, fertig, scharf. Der Schliffwinkel ist durch die beiden längeren und flexiblen Arme der Schleifvorrichtung vorgegeben, ein großer Vorteil gegenüber dem klassischen Nassschleifstein, wie ich finde.
Das Brotmesser mit dem Wellenschliff ließ sich am besten schärfen (größter Aha-Effekt). Da dieses Teil noch nie geschärft wurde (wie auch), war der Effekt der Beste. Die Handhabung erfordert stetige Gleichmäßigkeit, da die Klinge nicht verkantet werden soll. Das geht trotzdem gut und einfach.
Fazit: Ich persönlich halte den Messerschärfer für ein gelungenes Produkt. Für Billigmesser ist Vorsicht angeraten, lieber einmal weniger durchziehen, je härter der Stahl, desto besser. Andere Tester hier meinten, der Messerschärfer stünde etwas wackelig, das finde ich gar nicht. Das Teil ist größtenteils aus massivem, wertigem und schweren Edelstahl gefertigt und steht super da. Festhalten muss man ihn allerdings, das stimmt, aber dazu haben die meisten Zeitgenossen ja auch zwei Hände bekommen. Meinem WMF-Messer gönne ich zwischendurch sicher immer mal eine Behandlung mit dem Nassschleifstein, um die Klinge wirklich ganz zu glätten. Ansonsten ist der Vulkanus Messerschärfer das beste mir bekannte Gerät, für ein blitzschnelles Klingenschärfen während des Kocheinsatzes, wo keine Zeit für lange Schleifsteinorgien ist. Wellenschliff nachschärfen ist darüber hinaus seine Königsdisziplin.
Zum Preis-Leistungsverhältnis kann ich nicht viel sagen, da es sich um ein Geschenk handelt. Wie man hört, soll er aber nicht ganz billig sein. Es gibt Leute, die mit einer 30€ Komplettausstattung in der Küche klarkommen, ich (will das so) nicht. Daher passt das für mich auch, denn immerhin habe ich auch einen Screwpull-Korkenzieher zuhause und finde den auch toll!
- Vulkanus Messerschärfer
- Billigmesser
- WMF Santoku
- Wellenschliff
- Metallspäne








Ich hab da gerade noch was auf Youtube gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=hwVxqyyplTc
Ich bekenne mich öffentlich dazu, mir auch in Baumärkten gern und interessiert solche Filme anzuschauen. Ja, ich stehe dazu!
Interessanter Hinweis, zumal die Messerschärfproblematik unausweichlich ist, wenn man seine Messer benutzt. Der Vollständigkeit halber hier noch ein Link auf einen Artikel aus Test 01/2010 zu diesem Thema:
http://www.test.de/themen/haus-garten/test/-Messerschaerfer/1835221/1835221/1836374/
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