Winterlich: Steckrübenstampf mit Knackwürstchen

Jan 26, 2010 by     4 Comments    Posted under: Gemüse, Kartoffeln, Rezepte, Schwein
Steckrüben-Knacker

Steckrüben-Knacker

Der moderne Großstadt-Kosmopolit kocht heute klimabewusst. Ich erfülle nicht alle Aufnahmekriterien dieser Kaste, denn ich besitze weder Fahrradhelm und Nanga-Parbat taugliche 1000€- Jacke, noch einen Smart, oder ähnlich albernes Gefährt, welches ich morgens auf dem Weg zu dem in unserem Dorf nicht vorhandenen Bio-Fair-Trade-Bäcker nutzen könnte. Doch davon lass ich mich nicht ins Bockshorn jagen, wir kochen ein saisonales Gericht mit regionalen Zutaten, kurzen Transportwegen usw.. Garnicht kosmopolitisch, typisch (alt)deutsch, dennoch (wieder) modern.

Der Winter hat uns hart im Griff, heute morgen hier -16°, daher ein Wintergericht. Die Nachkriegsgeneration kann sie nicht mehr sehen, und viele Ossis auch nicht: Die Steckrübe, auch Kohlrübe genannt. Dennoch erfährt sie meinem Erachten nach momentan eine berechtigte Renaissance in der Küche.

Wir brauchen: (Reicht für 4)

  • 1 Steckrübe
  • Kartoffeln, Menge = Gewicht der Rübe
  • Gemüsebrühe (instant geht, bio-instant noch besser)
  • 1-2 Becher Sahne
  • 100g Butter
  • Meerrettich im Glas
  • Senf
  • Zwiebeln
  • Salz
  • Knackwürstchen

Die Rübe mit einem Messer schälen und von holzigen Stellen befreien, und dann in kleinere Stücke schneiden. Mit den Kartoffeln ebenso verfahren. Beides zusammen in einen Topf geben, Salz und Brühe dazu. Die genaue Brühemenge kann ich nicht sagen, jedoch gerade so wenig, dass nichts anbrennt und auch wirklich kocht, nicht brät. Ich schätze mal 300 – 400ml (bei 2 Bechern Sahne weniger!), ohne Gewähr.

Zusätzlich fertigen wir Röstzwiebeln an: Zwiebel schälen, in dünne Ringe schneiden, mit Mehl bestäuben, salzen und in Butter schön braun braten.

Nach 15 Minuten zugedecktem Köcheln von Rübe und Kartoffeln die Sahne hinzugeben und weiterkochen lassen, bis die Stücken weich sind und sich stampfen lassen. Die Kartoffeln haben zu diesem Zeitpunkt häufig bereits aufgegeben und sich verflüssigt. Nun die Butter, einen EL Meerrettich und Senf dazugeben und das ganze mit einem geeigneten Küchengerät stampfen (die Flüssigkeit vorher nicht abgießen!). Dabei sollte man es nicht pürieren, es dürfen Stücken drinbleiben, es heißt ja „Stampf“ und nicht „Pampe“. Noch mal mit Salz abschmecken.

Die Knacker sollte man bevor man stampft schon in heißem Wasser auf Betriebstemperatur bringen.

Anschließend alles servieren und überraschen lassen, denn es handelt sich um ein äußerst schmackhaftes Gericht, wie ich finde.

Die Knacker kann man übrigens durch allerlei Produkte ersetzen. Am Wochenende haben wir dieses Gericht zu hause mit frisch selbst geräucherten Fischen (Hering und Makrele) gegessen, sehr lecker. Auch Mettenden, heiß nachgeräuchert hatten wir schon. Fazit: Ausprobieren, da geht noch mehr!

4 Comments + Add Comment

  • Was doch ein kürzlich angeschaffter -Kartoffelstampfer- für Möglichkeiten eröffnet! Ich für mein Teil kenne Steckrübe aus meiner Jugend nur in Verbindung mit Schweinefleisch als Eintopf, aber ich werde Euer Rezept gerne mal ausprobieren, vor allem wegen der Sahne!
    Dazu werde ich, um die Vitamine zu schonen, den Schnellkochtopf verwenden. Dies wäre auch für Euch eine sinnvolle Anschaffung, allein der Zeitgewinn ist schon von Vorteil und man braucht nur -eine- Kochstelle! Vielleicht findet sich mal ein Sponsor.

  • Wo bekommt man den heute Steckrüben her? Im Supermarkt?

  • Jap, ganz genau. Sogar in den bei uns üblicherweise nicht so gut ausgestatteten Discountern. Preiswert sind die Teile obendrein, in diesem Jahr werde ich allerdings versuchen, welche im Garten anzubauen… :-)

  • […] Gutes) ist diese eigentlich noch gut zu erwerben. Allerdings sollte man es nicht nur als klimabewußter, moderner Großstadt-Kosmopolit versuchen, die Grundzutat im Bioladen zu erwerben, da diese ansonsten oft mit viel Sago oder […]

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