Tote Oma
Tote Oma
Ja, es hört sich etwas gemein an und sieht auch nicht nach Haute Cuisine aus. Aber dieses Gericht – auch als “Lose Wurst” (eine feine Blutwurst) bekannt – hat zumindest in dieser Region fast jeder über 25 in seiner Kindheit häufig gegessen aber jetzt “seit Ewigkeiten” nicht mehr. Und tatsächlich haben sich meine Bürokollegen sehr darüber gefreut. Außerdem paßt es gut in unsere durch den Steckrübenstampf neu ins Leben gerufene Kategorie der urigen Küche.
Wie ich mir sagen lassen mußte, ist Lose Wurst heutzutage schwer zu bekommen aber zumindest in der Hauptstadt des Landes der Frühaufsteher (wahrscheinlich halten dies nur über 60jährige Landespolitiker für etwas bemerkenswert Gutes) ist diese eigentlich noch gut zu erwerben. Allerdings sollte man es nicht nur als klimabewußter, moderner Großstadt-Kosmopolit versuchen, die Grundzutat im Bioladen zu erwerben, da diese ansonsten oft mit viel Sago oder irgendwelchen anderen Füllstoffen gestreckt wird.
Zu guter Letzt: Wenn man darauf verzichtet, so wie ich sein einfaches Sauerkraut mit ein paar Gewürzen und etwas Kasseler selbst zu verfeinern und stattdessen ein Glas Fertigsauerkraut kauft, benötigt man für die Zubereitung nur soviel Zeit, wie das Schälen und Kochen der Kartoffeln in Anspruch nimmt.
Zutaten:
- 750g Lose Wurst
- 1 Glas Sauerkraut
- (Kümmel, Wacholderbeeren, Piment, Lorbeerblätter, Kasseler)
- jede Menge Kartoffeln
- 1 Zwiebel
- Salz und Pfeffer
- saure Gurken
Zur Zubereitung gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer daß man die Kartoffeln schält und kocht sowie das Sauerkraut erwärmt bzw. das einfache Sauerkraut mit einem kleinen knochigen Stück Kasseler, etwas Kümmel, ein paar Pimentkörnern und Wacholderbeeren sowie 2-3 Lorbeerblättern für eine halbe Stunde köcheln läßt. Wenn die Kartoffeln kochen, muß man lediglich die kleingeschnittene Zwiebel anbraten. Dann die Pelle von der Losen Wurst entfernen, diese in grobe Stücke schneiden und zu den Zwiebeln geben. Sehr schnell wird die Wurst dann eine breiige Konsistenz annehmen (eventuell etwas nachwürzen bzw. Wasser hinzugeben) und das war’s auch schon. Beim Anrichten kann man schließlich noch ein oder zwei saure Gurken über die Lose Wurst legen (ich finde ja man kann das auch lassen aber es gehört eigentlich dazu). Lecker!




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Es sieht wirklich nicht lecker aus, aber dieses Gericht ist zu unrecht verschrien und wird zu unrecht als altmodisch bezeichnet — eine wunderbare Abwechslung zum oft gesehen “glatten” Essen. Ich find’s toll.
Was ist denn “glattes” Essen – außer Eis?
Immer wieder schön wenn man auf Leute stößt die ebenfalls Lose Wurst mögen …
Wird bei uns heute noch oft gegessen. Weils einfach lecker ist.
Lose Wurst?
Tote Oma oder einfach nur “Blutwurscht” kauft man im Osten beim Händler seines Vertrauens!!
Die gibts dann”Original” hübsch im “Ring”, also im Schweinedarm!!
Das was ihr als “ToteOma” bezeichnet, das ist Verachtenswert !!!xD
Die Blutwurst wird gebraten bis der Darm Platzt und sich der Inhalt in der Pfanne ausbreitet, der Darm wird in die Mitte gebracht und knustprig gebraten!!!
Paar mehlige Kartoffeln, Gewürz Gurken oder r. Beete!
Allein die Blutwurscht is so gut Gewürzt, das es dafür keine weiteren Zutaten braucht(wenn man im osten wohnt und nen alten fleischermit original rez. kennt)!
Im übrigen ist mein langjähriger Fl4eischer in 2010 gestorben…….ich esse seitdem keine tote oma mehr….is net mehr das selbe…und 29 jahre gleichen richtig geilen geschmack(mein fleischer kannte mich von kindesbeinen an…^^)…den kann keiner ersetzen!
@ Mikka: “Das was ihr als “ToteOma” bezeichnet, das ist Verachtenswert !!!xD” – ich bin schockiert! Also auch unsere Lose Wurst hatte einen Schweinedarm (ob man den unbedingt gebraten mitessen muß, ist Geschmackssache und wahrscheinlich auch unter Hardcore-Fans nicht mehrheitsfähig), war im Ring (um mal Mythen zu zerstören: unsere DDR-Lose-Wurst zu Hause hatte damals eine Plaste-Pelle [aus Schkopau]) und angebratene Zwiebeln sind eine leckere Ergänzung und sicherlich auch nicht in der Losen Wurst des “Vertrauensfleischers” (den es bei mir in der Nähe auch nicht mehr gibt, da der geneigte Ossi nach der Wende alles versuchte, um unter anderem auch diese durch fortgesetzten Einkauf in Bäcker-Fleischer-Kombinations-Ketten unabhängig vom tatsächlichen Preis-Leistungs-Verhältnis oder durch den Griff zu abgepacktem Supermarktfleisch in den Ruin zu treiben) bereits enthalten. Also wir haben doch gar nichts falsch gemacht!
Übrigens ist Rote Beete ekelig.
Und… Herzliches Beileid zum Tod Deines Fleischers.