Papas Arrugadas con Mojo Picón
Frisch aus meinem Urlaub im sonnigen Gran Canaria zurück hatte ich mir vorgenommen, auch meine Bürokollegen an den kulinarischen Highlights dieser Insel teilhaben zu lassen und umgehend ein sehr einfaches wie leckeres Rezept nachzukochen: Kanarische Schrumpelkartoffeln mit scharfer Mojo-Soße. Dieses Gericht hat nur leider einen kleinen Haken, der sich auf vermeintliche olfaktorische Belästigungen bei späteren sozialen Kontakten bezieht. Diese sollen angeblich nach dem Genuß des Essen vorgekommen sein und das nicht nur bei den Mitgliedern unserer Bürogemeinschaft sondern auch bei den an diesem Tage anwesenden Gästen, denen auch ein Teller aufgeschwatz wurde (diese haben sich aber trotz Hinweis auf die Zutaten nicht gewehrt!).
Zutaten
Für die Papas Arrugadas:
- 1,5 kg sehr kleine Kartoffeln
- 250g Meersalz
Für das Mojo Picón:
- 1 Knolle Knoblauch
- 1 – 2 Chillischoten
- 1 TL Kümmelkörner
- 1 TL Kreuzkümmel
- 1 TL Paprikapulver
- 2 EL Weinessig
- 1 – 1,5 Tassen Olivenöl
- 1 Tasse Mineralwasser
- 2 – 3 EL Tomatenmark
- Salz nach Geschmack
Die Kartoffeln zunächst säubern aber nicht schälen. Dann mit wenig Wasser — sie sollten gerade so bedeckt sein — und der großen Menge Salz kochen. Wenn die Kartoffeln gar sind das Wasser abschütten und den Topf wieder auf den Herd stellen. Durch ständiges wenden (hier empfiehlt sich eine dem Eierkuchen-in-der-Luft-wenden vergleichbare Technik) die Kartoffeln trocken, so daß sich außen eine dünne Salzkruste bildet.
Für die Soße den Knoblauch schälen und die Kerne aus den Chillischoten entfernen und einfach alle Zutaten in einer Küchenmaschine (hier noch mal einen Dank an den Weihnachtsmann) zu einer sämigen Soße kleinhäckseln (besser wäre natürlich alles Grobe in einem Mörser vorsichtig zu zerstoßen und dann die Flüssigkeiten aufzugießen).
Dann einige Kartoffeln auf einen tiefen Teller legen und mit etwas Soße übergießen. Guten Appetit und viel Spaß beim Nachhausekommen.


Boahhhh, DaCooka, die sind Dir aber wirklich gut gelungen. Sehen absolut lecker und echt kanarisch aus. Ich will auch.
@Buff: Ich möchte nichts von Schiebung, Voreingenommenheit oder ähnlichem hören.
Entschuldige buffn, jetzt habe ich doch wirklich das ‘n’ hinter’m Buff vergessen. Fettes sorry!!!
@DaEsssa Wo denn? Ausserdem ist beides richtig
Ansonsten ein sehr schmackhaftes Gericht, dennoch werden wir hier an dieser Stelle den einen oder anderen Kommentar zur “olfaktorischen Belästigung” anregen, zumindest von den Personen, die sich darüber aufgeregt haben.
Ich zitiere die SMS eines zusätzlichen “Mitessers” an diesem Tag von 21.40 Uhr:
“Aaaaalter der pürierte Knoblauch war jut, Frau K***a hat uns gleich wieder aus dem Büro geschmissen und die P***e hat mit Schlafzimmerverbot erteilt”
Ich persönlich wurde von meiner besseren Hälfte (die eigentlich auch Knoblauch mag) darüber informiert, dass die Inhaberin eines an diesem Tag von uns aufgesuchten Ladengeschäftes anschließend lüften und zusätzlich Raumspray hat verwenden müssen, so schlimm war der Knoblauch-Terror…
Wow — mal ganz davon abgesehen, dass es bestimmt sehr lecker war (und man damit seine Mitmenschen belästigt *g*): die Farbe der Sauce sieht ja einfach mal genial aus.
Liebe Grüße
Die Kartoffeln mit der Salzkruste waren echt gut und die Sauce ebenfalls — aber die Konesequenzen! Noch Tage nach dem Essen musste ich mit bösen Blicken leben. Beim nächsten Knoblauchrezept sollten nur 50% der vorgeschriebenen Menge und davon die Hälfte verwendet werden…
Ganz vorsorglich möchte ich mich für den entstandenen Schaden entschuldigen bei: FreundInnen, Ehefrauen, ehelichen und unehelichen Kindern, Geliebten beiderlei Geschlechts, Mitfahrern in öffentlichen Verkehrsmittel und im Auto, natürlich Katzen, bedauernswerten Geschäftspartnern, die am Donnerstagnachmittag noch einen Termin hatten, Paketauslieferern und selbstverständlich dem Papst (mit der Bitte um Ablass).
Aber sie, die sonst immer etwas schimpft, hat sich doch noch gar nicht geäußert. So schlimm kann es also nicht gewesen sein. Ich denke ohnehin, dass (zumindest dem Bild nach zu urteilen) der Neidfaktor des Nicht-Genießens größer gewesen sein dürfte. Und tagelang …
Sieht echt gut aus. Das mache ich definitiv mal. Vielleicht für die Schwiegereltern …
Oh jaaaaa.… ist es kaum auszuhalten gewesen. Wir sind noch drei Tage lang mit Gasmasken im Büro rumgelaufen. Was in Gottes Namen waren denn das für Knoblauchzehen??? Ich sage nur Biowaffe. Es war jedenfalls lästig und das gute Jil Sander Parfum von der Kollegin hat es nur noch schlimmer gemacht.
Aber ich hörte, das Gericht soll köstlich gewesen sein. Vielleicht hätte ich mitessen sollen!!!
OK MELLY, falls du mich meinst: HIER KOMMT MEIN KOMMENTAR:
*schimpf*keif*mecker* (Ich hab hier meinen Ruf weg?)
Nur um mal das Ausmaß dieser olfaktorischen Atombombe deutlich zu machen: ICH KAM NACH FÜNF (!!!) WOCHEN ZURÜCK NACH HAUSE und fand meinen EINZIGEN GELIEBTEN derart stinkend vor, dass ich selbst nach fünf Wochen ZÖLIBAT, keinerlei Interesse mehr an jeglichen Kontakt mit diesem knoblauchverseuchten Mann hatte. Noch am Sonntag (4 Tage eau de Knoblauch) hielt dieser Zustand an!
Wie man bereits an zwei Kommentaren sieht, ist diese Soße eine voll krasse, geheime spanische Verhütungsmethode und ich sollte das Rezept eigentlich lieber schnell aus dem Netz nehmen und für viel Geld an Pillen– und Kondomunverträgliche verkaufen.
P.S. Ich habe übrigens zu Hause wie immer mein Gute-Nacht-Küsschen bekommen.
Ihr solltet mehr von diesen interessanteren Rezepten ausprobieren und posten! Schon die Diskussion ist es echt wert. Einen schönen sonnigen Tag. Gruß aus Dresden in die Altmark.
Ich verstehe es echt nicht. Ich habe von dem Knoblauch kaum was mitbekommen. Aber vielleicht war ja meine Angina eine körperliche Abwehrreaktion gegen den Knoblauch, wer weiß das so genau…
Jedenfalls habe ich für die “nicht ganz so harten” unter uns mal einen Link angehängt (darf man das eigentlich?) — Papas Arrugadas kann man nämlich auch super mit Mojo Verde oder Mojo Cilantro (Koriander) essen und da sind deutlich weniger Knoblauchzehen drin. ;o)
http://www.kanarische-kueche.de/kanarische-kueche/mojo-verde/
@ Melly: Wir sind übrigens in der Börde, nicht in der Altmark.
@Melly und @DaCooka: Tatsächlich, wir sind hier in der Börde, aber die Altmark ist nicht weit weg und noch viel schöner als die Börde
Kenne ich noch aus früheren Zeiten. Aber das ist ein guter Hinweis, ich werde mal altmärkische Rezepte von Oma rauskramen und nachkochen — exklusiv für den Bürokochblog.
Ich glaube, dieses Gericht können wir nur noch toppen, indem wir beim kochen die Küche in Brand setzen (müssen, damit es gelingt) oder ein Schnellkochtopf explodieren muss. Alles andere wäre einfach zu unspektakulär…
Livebloggen zur Zubereitung und Verkostung eines Kugelfischs?
Oh, und das mit Altmark und Börde tut mir leid. Aber gut zu wissen. Wer weiß, wann man das nochmal braucht.
Als einer der unschuldigen Geschäftspartner, der durch die (womöglich nicht intendierten) Folgen dieses kulinarischen Versuches im Atoll des Akustikkonzeptes geschädigt wurde, spreche ich dennoch meine uneingeschränkte Vergebung aus. Das übergeordnete Ziel war schließlich Gastfreudschaft und die damit verbundene Sorge um das leibliche Wohl. Wie es auch das übergeordente Ziel der Sicherheit und das des Wohles der westlichen Gesellschaft war, was im Focus vergleichbarer Versuche stand. Nur das diese in der relativen Abgeschiedenheit des Pazifiks stattfanden.
Aber — ES HAT GESCHMECKT!
Echinococcus multiocularis: Geiler Name!!!
(@Akustikgirl: der Fuchsbandwurm — möchte man eher nicht haben.)