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Ozeangemüse aus Norwegen – Bio-Miesmuscheln im Test

Miesmuscheln in Tomatensud

Mies­mu­scheln in Tomatensud

Manch­mal stellt sich die Frage, wie bestech­lich man eigent­lich ist. Wir haben dar­über nach­ge­dacht und sind zu dem Schluss gekom­men, dass wir für ein gutes Pro­dukt gern eine Emp­feh­lung aus­spre­chen. Das schließt aus, dass wir Schrott emp­feh­len, nur weil wir die­sen kos­ten­frei zur Ver­fü­gung gestellt bekom­men haben und kann durch­aus als War­nung ver­stan­den wer­den. Also keine Beste­chung, son­dern so was wie eine Stif­tung Bürokochblogtest.

Aktu­ell getes­tet haben wir die neuen Bio-Miesmuscheln von Deut­sche See. Ich will jetzt hier auf kei­nen Fall den gan­zen Pres­se­text abbil­den, son­dern nur ein Essay: Die Bio-Miesmuscheln stam­men aus Aqua­kul­tur in nor­we­gi­schen Fjor­den (tief, kalt, frisch, rau, sal­zig, ich liebe Nor­we­gen), hän­gen an bis zu 7 Meter lan­gen Sei­len im freien Was­ser und wer­den von Hand geern­tet. Soweit so gut, in der Theo­rie ein Pro­dukt der Kate­go­rie „Haben wol­len!“.

Dann dampfte ein Deutsche-See–LKW hier durch den Mag­de­bur­ger Wis­sen­schafts­ha­fen um die Muscheln ohne Unter­bre­chung der Kühl­kette bei uns abzu­lie­fern. Zum Glück haben wir einen Zweit­kühl­schrank, denn es kamen 8kg der lecke­ren Mee­res­be­woh­ner hier an. Ich mag Mee­res­früchte im All­ge­mei­nen und habe schon häu­fig Muscheln zube­rei­tet. Daher fiel das Los des Zube­rei­ters wohl auf mich. Ok, klas­sisch in Weißwein-Tomatensud heißt da meine erste Wahl.


Für 6 Leute und 4kg von den Muscheln habe ich fol­gende Zuta­ten verwendet:

  • 2 Fla­schen tro­cke­nen Weiß­wein (wir hat­ten Pinot Grigio)
  • 3 – 4 große Dosen geschälte Tomaten
  • 3 grö­ßere Zwiebeln
  • 3 grö­ßere Möhren
  • 1 Kräu­ter­topf Basilikum
  • Oli­venöl
  • Salz
  • Pfef­fer
  • Zitro­nen­saft
  • Tabasco, Piri-Piri oder gemah­lene Chili

Zuerst die Muscheln mit kal­tem Was­ser gut abwa­schen und von mög­li­chen natür­li­chen Ver­un­rei­ni­gun­gen auf der Aus­sen­seite mit einer Bürste befreien. Den in machen Fäl­len her­aus­hän­gen­den „Bart“, mit dem sich die Muschel an ihrem Lebens­raum fest­hält, her­aus­zie­hen oder abschnei­den. Alle offe­nen Muscheln, die sich nicht durch drauf­klop­fen schlie­ßen, umge­hend weg­wer­fen, denn diese sind tot und nicht mehr genieß­bar. In unse­rer Lie­fe­rung waren extrem wenig offene Muscheln drin, viel­leicht im Schnitt eine pro kg.

Das Gemüse put­zen und in kleine Wür­fel schnei­den, anschlie­ßend in Oli­venöl anschwit­zen. Dann den Weiß­wein auf­gie­ßen und solange kochen, bis es aus dem Topf nicht mehr nach Alko­hol riecht. Dann die Schäl­to­ma­ten hin­zu­ge­ben, die man vor­her mit einem Stampf­ge­rät in der Dose etwas zer­matscht hat. Mit Salz, Pfef­fer, etwas Zitro­nen­saft und einer schar­fen Kom­po­nente wie Tabasco (sehr spar­sam, es soll nur homöo­pa­thisch scharf sein!) wür­zen, dann 20 Minu­ten oder mehr offen kochen las­sen. Anschlie­ßend kos­ten, ggf. nach­wür­zen. Den Basi­li­kum grob hacken, in den Topf geben und sofort die Muscheln hin­ter­her und den Deckel drauf. Nach 6 – 8 Minu­ten, wenn die Muscheln weit geöff­net sind, ist schon alles fer­tig. Alle nicht geöff­ne­ten Muscheln weg­wer­fen. Dann direkt auf tie­fen Tel­lern zusam­men mit dem Sud ser­vie­ren. Dazu sollte es unbe­dingt Baguette o.ä. sowie einen gut gekühl­ten tro­cke­nen Weiß­wein geben. Lecker!

Fazit: Frü­her habe ich Mies­mu­scheln immer vor der Zube­rei­tung län­ger in kal­tem Salz­was­ser ein­ge­weicht, da diese oft Sand ent­hiel­ten, der so unle­cker zwi­schen den Zäh­nen knirschte. Lei­der kam man um die­sen trotz ver­rin­ger­ter Menge nicht wirk­lich herum, wollte man direkt im Koch­sud ser­vie­ren. Die Muscheln von Deut­sche See sind durch die im Fjord hän­gen­den Stri­cke kom­plett sand­frei, sehr posi­tiv. Frü­her bekam man fri­sche Muscheln nur in allen Mona­ten, die ein „R“ ent­hiel­ten, die neue Sorte gibt es ganz­jäh­rig, sehr schön. Wei­ter­hin war das Fleisch von sehr guter Qua­li­tät und auch Quan­ti­tät, denn die Muscheln sind mei­ner Ansicht nach über­durch­schnitt­lich groß. Ergeb­nis: Lecker, Emp­feh­lung kann hier­mit als ver­lie­hen betrach­tet werden!

Bio-Miesmuscheln vor der Zubereitung

Bio-Miesmuscheln vor der Zubereitung

10 Kommentare für Ozeangemüse aus Norwegen – Bio-Miesmuscheln im Test

  • DaCooka

    Wenn man die kleine Por­tion von Frau N. mit­zählt, waren wir sogar 7 Per­so­nen und noch mal genauso viele, die extrem nei­disch waren, an die­sem Tag nicht zu uns kom­men zu können.

  • Oh, stimmt, pein­lich… Gaanz genau genom­men waren wir sogar vir­tu­ell 8 Leute, da der Chef von Frau N. auch noch ein klei­nes Töpf­chen gelie­fert bekom­men hat :-D

  • Ich habe was ver­ges­sen´: Es gehört noch KNOBLAUCH an den Sud, ganz wich­tig! Für die auf­ge­zeigte Menge soll­ten 2 Zehen reichen…

  • Crispin

    Wow! Da bin ich ja glatt der erste Mit­es­ser, der der ehren­vol­len Pflicht des bezahl­ten Kom­men­tie­rens nach­kommt. Auch ich habe mir Gedan­ken über meine Bestech­lich­keit gemacht. Ich bin zum Schluss gekom­men, dass ich mich für eine will­kom­mene Gourmet-Abwechslung zwi­schen Mensa und selbst­ge­koch­tem schon mal zu einem Kom­men­tar breit­schla­gen lasse. Wer mich beste­chen möchte, erhält meine Mail-Adresse gegen einen Kom­men­tar bei den Büro­kö­chen von den Büro­kö­chen.
    An die Köche: Das Mousse-Rezept gibt’s schrift­lich, mailt mir mal ‘ne Mail, damit ich ant­wor­ten kann.
    Liebe Grüße, wei­ter fro­hes kochen!
    Danke für die Rezepte (Sonn­tag gibts eine Bürokochblog-Rezept-nachkoch-Premiere in der Wohn­heim­kü­che) und für das leckere Essen!

  • @Crispin: Wel­ches Rezept soll es denn wer­den am Wochen­ende? Wir hät­ten gerne einen einen Hin­weis, wie es schmeckte :-) gutes gelin­gen wün­schen die Büro­kö­che — und vie­len Dank noch ein­mal für den lecke­ren Nach­tisch *yummmy*

  • Melly

    Das sieht mal wie­der total lecker aus. Mit zwei Fla­schen Weiß­wein ist es dann viel­leicht nicht mehr ganz bürot­aug­lich, aber es gibt ja auch den Feierabend.

  • DaEssa

    @Melly: Der Alko­hol — zumin­dest der im Essen — war nicht mehr zu spü­ren. Außer­dem arbei­tet sich ein son­ni­ger Frei­tag mit einem Gläs­chen Wein doch wirk­lich gut.
    Ansons­ten muss auch ich mich bedan­ken. Ich gehöre näm­lich zu den nutz­nie­ßen­den Pro­fi­teu­ren die­ses lecke­ren Mahls und würde auch eine zweite ent­spre­chende Ein­la­dung nicht aus­schla­gen — viel­leicht lesen die Leute von Deut­sche See ja auch die Kom­men­tare ;-)

  • Akustikgirl

    Liebe Deut­sche See,
    es ist ja ganz toll, dass sich alle den Bauch mit Muscheln fül­len konn­ten. Aber ich saß dane­ben. Ich habe sie pro­biert, ehr­lich. Aber Muscheln sind nicht meine Welt. Des­halb meine Bitte: denkt an die Tür­ki­sche Ische von Herrn M. aus M. an der E. und schickt mal was Medi­te­ra­nes: Schwert­fisch! Oder Rot­barbe, oder Sar­del­len, oder oder oder. Wenns ein Schwert­fisch wird, spieße ich ihn per­sön­lich auf mei­nen Kebab Grill. So. Alle Kli­schees bedient. Melly wird eine andere Mei­nung ver­tre­ten… Ach herr­lich diese per­fek­ten, lauen Mitt­woch­abende :D GRINS

  • Melly

    @Akustikgirl Meine Mei­nung stand schon wei­ter oben.

  • noch so ein Testesser...

    Das ist ein super lecke­res Rezept und, wie ich finde, auch noch ein­fach in der Zube­rei­tung!
    Auf jeden Fall sind Muscheln inter­es­sant zu kos­ten und eine will­kom­mene Abwechs­lung. Auch her­vor­ra­gend geeig­net für Muschel-Neulinge und neu­gie­rige Hob­by­kö­che!
    min­des­tens 4 1/2 Sterne von 5 :-) ) .

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